ARTIKEL IM GRÄNZBOTE FREITAG, DEN 23.08.2019

Kleinarbeit mit dem Blick für große Bilder

Gudrun Rübelmann aus Tuttlingen schafft aus Abfall aufwändige Kunstwerke

Gudrun Rübelmann (rechts) ist aktives Mitglied im Gründer-Netzwerk von IHK-Gründungsberaterin Marlene Hauser. (Foto: IHK) Tuttlingen

(pm – „Oft trifft man wen, der Bilder malt, viel seltener wen, der sie bezahlt“, sagte zu Lebzeiten Wilhelm Busch. Von diesem Problem wissen auch Künstler in unseren Tagen ein Lied zu singen. Zumal wenn sie, wie Gudrun Rübelmann aus Tuttlingen, von ihren Werken leben wollen. Allerdings nutzt die 64-Jährige bei der Produktion ihrer meist großformatigen Werke weder Pinsel noch Staffelei. Sie setzt auf Rohstoffe, die andere wegwerfen würden und verarbeitet diese in mühevoller Kleinarbeit meist an ihrer Nähmaschine. „Entwerfen statt Wegwerfen“ hat sie deshalb ihre Firma genannt. Jüngst machte die Künstlerin während des Besuches von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg (IHK) in Rottweil ein größeres Publikum auf ihr Oeuvre aufmerksam. Dort hatte sie die Gelegenheit, einige ihrer Werke im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren. Der Kontakt zu den Veranstaltern kam nicht zufällig zustande: Weil sich Gudrun Rübelmann mitnichten als „Hobbykünstlerin“, sondern als professionelle Kunstschaffende versteht, ist sie schon seit geraumer Zeit aktives Mitglied im IHK-Gründer-Netzwerk von IHK-Gründungsberaterin Marlene Hauser, wie die IHK mitteilt. Ihr Gewerbe hat die 64-Jährige bereits im Dezember 2016 angemeldet. Seither gestaltet sie zum Beispiel aus Verpackungsmaterial ihre meist farbenfrohen Stoffbilder. „Ich nehme jedes Material, das ich bekommen kann“, sagt Rübelmann. Wenn man die aufwändig produzierten Stoffbilder betrachtet, dann versteht man, warum Rübelmann als eine ihrer Qualitäten „Beharrlichkeit“ nennt: „Ich bin sehr akkurat, rechne vorher alles aus.“ Mit kniffligen Aufgaben hat die Tuttlingerin durchaus Erfahrung. Viele Jahre führte sie als Steuerberaterin ihre eigene Kanzlei, die sie 2014 für die Kunst aufgab. Neben der Produktion ihrer Stoffbilder will sie sich künftig verstärkt um den Vertrieb ihrer Werke kümmern, um eine wirtschaftliche Perspektive zu haben. Gut könnte sie sich ihre Bilder zum Beispiel in der gehobenen Gastronomie vorstellen, wo sie sich Multiplikatoren für ihre außergewöhnliche Kunst verspricht. An neuen künstlerischen Inspirationen mangelt es Rübelmann unterdessen nicht. Über diese und weitere Themen informiert die aktuelle Gründerzeit der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Portraits von Gründern aus der Region, Informationen und Interviews mit Fachleuten bieten Impulse und Hilfe für Unternehmer der Zukunft. „Unser Magazin ist ein inspirierendes und praktisches Handbuch für alle, die den Weg in die Selbstständigkeit gehen wollen“, sagt Hauser.

Das Magazin und weitere Informationen sind abrufbar

unter

www.ihk-sbh.dein

Menü schließen